Bettina Nuschei erscheint in ihren letzten Werken wie eine Tochter der Göttin Demeter und des Impressionismus von Monet. Gemeinsam mit ersterer hat sie die großzügige Helligkeit, den Sinn für die Verschwendung des pflanzlichen Wachstums; vom zweiten hat sie den Geschmack der Lichtschwingungen, den lebendigen Blick, geschickt das kleinste Funkeln zu ergreifen, die träumerische Aufmerksamkeit für eine immer bewegliche und wechselnde Wirklichkeit.

Bettina Nuschei bietet uns grosse Felder von Frische an - sei es hier ein Himmel oder sei es das Auf und Ab der Hügel, sei es dort eine Krone von Sternen oder ein idealisierter Tanz der Blumen.
Überall ein Hervorsprudeln des Seins, ein reines farbiges Verfließen, eine Art Umherschweifen des Blickes, gefühlvoll und froh, die der Vorstellungskraft des Betrachters erschließt, daß hier der Raum einer glücklichen Träumerei ist - unbeschwert und nichts infrage stellend.

All dies von einer großen Sorgfalt im Détail, in präzisen und schillernden Farben und von einem perfekten Zusammenspiel - ein einzig luftiger Fluß:

Die graziöse Malerei des Glücks.

Lionel Ray, Paris, 1983, in Le Monde